Ansätze

GfK

Was ist Gewaltfreie Kommunikation?

Gewaltfreie Kommunikation (GfK) ist ein Kommunikationsmodell, das von Dr. Marshall B. Rosenberg seit Beginn der 70er Jahre entwickelt wurde. Sie wird auch ‚Einfühlsame oder Mitfühlende Kommunikation‘ genannt.

Christiane Luther GFK

Die GfK steht in der Tradition der klientenzentrierten Gesprächstherapie, die von Rosenbergs Lehrer Carl Rogers entwickelt wurde. Das aktive Zuhören steht bei Rogers im Mittelpunkt, die GfK geht jedoch über den gesprächstherapeutischen Rahmen hinaus. Beeinflusst ist die GfK auch von Gandhi und seinen Überlegungen zur Gewaltfreiheit. Viele Elemente der GfK finden sich auch in anderen Konfliktlösungstechniken, wie im Gütekraft-Konzept von Martin Arnold, der Mediation und den Win-Win-Strategien.

Gewaltfrei heißt nicht nur Verzicht auf Gewalt und Widerstand, heißt auch nicht etwa die andere Wange hinhalten. Gewaltfrei ist eine viel schwierigere Aufgabe, nämlich Verständnis und Einfühlung in die Ängste, die Unwissenheit, Hilflosigkeit und Unsicherheit der Menschen und Faktoren, die gewaltvolles Handeln hervorrufen.“ (Mahatma Gandhi)

Die GfK ist ein Prozess, in dem wir unsere Aufmerksamkeit auf unsere Wahrnehmungen richten, ohne Bewertung und Interpretationen. Diese Wahrnehmung unterstützt uns darin, tiefer liegende Hintergründe in Konflikten (unerfüllte Bedürfnisse, behindernde Einstellungen und Haltungen) bei sich selbst und bei anderen zu erkennen und neue friedensstiftende Wege zu beschreiten.

Ziele der Gewaltfreien Kommunikation

* Befriedigende Beziehungen aufbauen und erhalten
* Unsere Bedürfnisse zu befriedigen, ohne anderen Gewalt anzutun
* Schmerzliche Kommunikation verändern
* Konflikte wandeln

Die GfK ist jedoch weniger als Kommunikations-Technik zu betrachten, sondern als Bewusstwerdung über Möglichkeiten des empathischen Kontaktes.
Rosenberg betrachtet zwei gegenläufige Formen der Kommunikation, nämlich die Gewaltfreie Kommunikation („Giraffensprache“) und die lebensentfremdende Kommunikation („Wolfssprache“).

Grundmodell der Gewaltfreien Kommunikation

Rosenberg geht davon aus, dass Menschen unter freien Bedingungen gerne geben und die empathische Verbindung zum Mitmenschen suchen. Die GfK soll helfen, sich ehrlich auszudrücken und empathisch zuzuhören. Empathie ist nach Rosenberg ohnehin eine Grundvoraussetzung gelingender Kommunikation. Sie hilft auch, mit Menschen zu kommunizieren, die selbst nicht gewaltfrei kommunizieren oder aggressiv sind. Sie gibt dem anderen die Möglichkeit, sich zu verändern, ohne das Gesicht zu verlieren. Die GfK beruht auf vier Elementen, die sich zusammenfassen lassen unter den Stichworten:
Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis, Bitte (konkrete Handlung). Diese Elemente unterstützen die Wirkung der beziehungsstiftenden Sprache.


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